Der Opa hat noch keine Kinder.

I. war krank. Wir kuschelten und ich sang ihm ‚Häschen in der Grube… armes Häschen bist du krank?‘ vor, mehrmals. Dann fragte ich ihn, ob ich jetzt mal was anderes singen sollte, ich könnte ja auch das Liederbuch holen. I. überlegte und sagte: „Das Lied, das du eben gesungen hast, das passte zu mir.
Ich bin dahingeschmolzen.

Im Radio lief heute ‚Haus am See‘ von Peter Fox. I. lauschte und fragte: „Mama, ist das ein Frühlingslied?“

Wir fuhren letzte Woche mit dem Zug nach Bielefeld. I., ganz beeindruckt: „Der Zug ist noch schneller als der Mixer!“ (Lieblingsküchengerät)

Abends: „Mein Magen knurrt nach Milchflasche.“

„Papa, du bist ein alter Mann, weil du groß bist.“

„Ich habe mal eine echte Pippi Langstrumpf gesehen und dann haben wir uns verabredet!“

„Wenn ich ein Vogel oder eine Rakete bin, dann fliege ich!“ –“Aber du bist ein Mensch.“
„Aber ich male mir eine Lernkarte und die lerne ich und dann bin ich ein Vogel oder eine Rakete und kann fliegen“.

„Wenn ich mal zum Ritter geschlagen bin, will ich alles tragen, was ein Ritter braucht.“

„Der Opa hat noch keine Kinder, oder?“

Einem Dreijährigen müsste man mit Aufnahmegerät hinterherlaufen. Ständig lachen wir uns über eine Äußerung von ihm schlapp. So oft denke ich mir: „Unbedingt, unbedingt später notieren“ und vergesse es dann leider doch. Am ehesten schaffe ich es, mir kurze Sätze wie „Babys denken, Krokodile wären ausgestorben“ zu notieren.
Schwierig ist es, seine langen Geschichten festzuhalten. Er erzählt mittlerweile die verrücktesten Sachen, hat die lustigsten Spielideen. Oft handelt es sich um irgendwelche haarsträubenden Geschichten über Wölfe, Füchse und feuerspeiende Stöcke.
Ansonsten ist zur Zeit sein Lieblingsspiel: Mama und/oder Papa sind Babys und er ist wahlweise ein großer Junge oder unser Papa. Wenn ich dann anfange, zu notieren, werde ich als Baby natürlich unauthentisch und I. erinnert mich vehement daran, nicht aus der Rolle zu fallen. Aber eine Mitschrift habe ich doch:

„Und dann will ich spielen, ich bin ein großer Junge und am Sprungbecken. und ihr seid kleine Babys und wollt auch springen und ich sage euch: Nein. Nur wenn ihr größer seid. Dann muss man auch schwimmen üben“.

Das Spiel spiele ich viel lieber mit, als z.B. Biene Maja und Fräulein Cassandra, denn als Baby/ Kleinkind brauche ich mir nichts ausdenken, sondern nur ständig zu fragen: „Papaaaa, darf ich zum Mittagessen Schokooo/mit der Säge sägen? Wa-ruuum? Darf ich das, wenn ich erwachsen bin?“ (was I. superlustig findet) und mich dann an I.s Kommentaren und Belehrungen erfreuen.
Letztens hat der Papa, also I. dem Baby, alo mir tatsächlich erlaubt, im Bett einen Lolli zu lutschen. Das Baby freute sich natürlich, aber I. ist ein strenger Regisseur:
„Nein, nicht leise sagen, du musst laut „JA“ schreien, guck mal, so: JAA! Ich sag jetzt nochmal, dass du den Lolli darfst.“


2 Antworten auf „Der Opa hat noch keine Kinder.“


  1. 1 Julie 14. April 2013 um 12:07 Uhr

    oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooch. och mann,ich schmelze.

  2. 2 Administrator 14. April 2013 um 15:55 Uhr

    :)

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