Gedichte für Kinder

Als ich gestern in die große Mayersche am Neumarkt fuhr, um mir für die Uni ‚Kasimir und Karoline‘ und ‚Die Ratten‘ zu kaufen, nahm ich mir fest vor, ohne Umwege zu den Reclamheften und zur Kasse zu gehen, denn ich musste mich beeilen und sparsam sein.
Ich schaffte es einigermaßen schnurstracks zu dem gelben Regal und zurück, hatte neben der Seminarlektüre dann aber doch noch ein Kinderbuch in der Tasche:
‚Meine Feste, deine Feste, kleine Feste. Gedichte für Kinder‘ vom Reclam Verlag. (www.reclam.de/detail/978-3-15-01899/Meine_Feste__deine_Feste__kleine_Feste“)

Das Büchlein im klassischen Reclam-Format, aber mit einem gut designten, bunten Titelblatt kostete 4 Euro. In dieser ganz neuen Reihe ‚Gedichte für Kinder‘ gibt es noch :
ABC und Tintenklecks; Von der Erde bis zum Mond; Allerlei Getier; Rätsel, Reim und Regenbogen; Im Land der Fantasie; Ich und du und große Leute; Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann. Es handelt sich um Anthologien, die Gedichte ganz unterschiedlicher DichterInnen enthalten.

I. war erst einmal nicht besonders interessiert, weil es in dem Buch wenige Bilder gibt und keine spannende Geschichte. Aber als ich ihm einige Gedichte vorlas, von denen ich annahm, dass er sie lustig finden könnte, guckte er ganz erstaunt, lachte über die Wortspiele und wollte doch immer mehr hören. Ich glaube, mit diesem Gedicht hatte ich ihn:

(…) Es sitzen da an einem Tisch:
Herr Fischent und Frau Entenfisch,
Herr Hahnenhund, Frau Schnauzerhuhn,
Die wollen sich recht gemütlich tun,
Dazu kommt noch Frau Schlangenspatz,
Mit ihrem Freund Herrn Ratzenkatz
. (…)
(Heinrich Hoffmann)

Er hat sich über die ‚seltsame Kaffee-Gesellschaft‘ kringelig gelacht.
‚Die vier Jahreszeiten‘ von Mascha Kaleko, die ich schön finde, fand I. langweilig und unterbrach mich schon beim Frühling:

Mit duftenden Veilchen komm ich gezogen,
Auf holzbraunen Käfern komm ich gebrummt,
Mit singenden Schwalben komm ich geflogen,
Auf goldenen Bienen komm ich gesummt.
Jedermann fragt sich, wie das geschah:
Auf einmal bin ich da
.

Mehrmals hören wollte er:

Ich heiße Fritz,
unser Hund heißt Spitz,
Miezevater unser Kater.
Papa heißt Papa,
Mama heißt Mama;
meine Schwester heißt Ottilie:
das ist unsere ganze Familie.
Wir hätten noch gern eine Kuh und ein Pferd dazu
.
(Emil Weber)

Uns beiden gut gefallen und I. zum Lachen gebracht hat das ‚Mag-Lied‘:

Ich mag dich kreuz und quer
Ich mag dich hin und her
Ich mag dich sauber
Ich mag dich dreckig
Ich mag dich rund
Ich mag dich eckig
Ich mag dich wie du bist
Ich mag was in dir steckt
Du bist perfekt

Ich mag dich haargenau
Ich mag dich gelb und grau
Ich mag dich grün und blau
Ich mag dich pink
Ich mag dich ponk
Ich mag dich blubbs
Ich mag dich schwubbs
Ich mag dich bunt, kariert
gestreift, liniert, gescheckt
Du bist perfekt

(Andreas Remenyi)

Und besonders mochten wir ‚Küssen‘ von Paul Maar, dem Autor vom ‚Sams‘:

Jeder weiß, wie küssen geht,
jeder, wie ein Kuss entsteht:
Man macht die Lippen spitz und rund
und küsst sich einfach auf den Mund.

Mancher Kuss ist schmatzig laut,
mancher dauert ziemlich lange,
mancher Kuss ist wie ein Hauch,
landet sanft auf Omas Wange
oder auch auf Babys Bauch.

Wenn du denkst, nur Menschen küssen,
liebes Kind, da täuscht du dich.
Nicht nur Zoobesucher wissen:
Auch Schimpansen küssen sich.


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