Warum ich Renz-Polsters Buch lesen werde

Ich habe es immer noch nicht geschafft, so einen Besucher-Zähler zu installieren, aber ich vermute, gestern und heute fanden besonders viele Besucher den Weg hierhin. Warum ich das glaube? Wegen Herr Renz-Polsters neuem Blog.

Als ich eben bei Facebook (http://www.facebook.com/pages/Wundert%C3%BCtentag/438552029559747) in meiner Startseite darauf stieß und den Blog anklickte, traute ich meinen Augen kaum: Herr Renz-Polster bezog sich in seinem neuesten Post auf meinen Post „Warum Renz-Polster so langsam nervt“ .

Das ist der Link zu meinem Post: http://puddingteilchenn.blogsport.de/2013/07/22/warum-mich-renz-polster-so-langsam-nervt/
Und hier ist der Link zum gleichnamigen Post von Herr Renz-Polster: http://blog.kinder-verstehen.de/?p=25

Mich ärgert, dass Herr Renz-Polster und einige seiner Kommentatoren offensichtlich meinen Post nicht aufmerksam gelesen haben. Ich schrieb ausdrücklich keine Buchkritik. Ich bezog mich auf ein Interview mit ihm in Eltern Family und zitierte daraus: „Jeder weiß, dass er die Triumphe seiner Kindheit solchen ‚freien‘ Augenblicken verdankt, die er allein oder mit anderen Kindern erlebt hat. Wir wären doch nicht auf Bäume geklettert, wenn Mama darunter gestanden hätte! Gerade die selbst organisierten Abenteuer haben unser Kinderleben ausgemacht und uns vorangebracht.“

Ich bezog mich in erster Linie auf dieses Zitat, das mir viel zu verallgemeinernd erscheint.
Ich schrieb: „Ich bin in letzter Zeit in Zeitschriften und im Internet oft auf Dr. Renz-Polster,seine Thesen und das von ihm unterstützte ARTgerecht-Projekt gestoßen. Erst einmal fand ich seine Aussagen super und grundsätzlich finde ich sie immer noch super. Trotzdem war ich heute nur noch genervt als ich schon wieder über sein Bullerbü-Idealbild (Nach der Schule strolchen die Kinder in Gruppen und Banden in der Natur frei herum) las.“
Und: „Warum mich Renz-Polster trotz ‚einwandfreier‘ Einstellung nervt? Zum Beispiel weil seine Bullerbü-Forderung, so wie ich sie aufgefasst habe, auch Druck machen kann.“ Ich betonte extra meine persönliche Auffassung seiner Aussage in der Eltern Family.
Nicht zuletzt schrieb ich am Ende ausdrücklich, dass ich sein Buch noch nicht gelesen habe und es noch nicht erschienen ist: „P.S. Übrigens kommt im Herbst wohl ein neues Buch von Renz-Polster raus: „Wie Kinder heute wachsen – Natur als Entwicklungsraum“, das er mit dem Hirnforscher Gerald Hüther geschrieben hat.

Und trotzdem bin ich nachdenklich geworden. Auch wenn ich nicht über ein Buch, das ich nicht gelesen habe, schrieb, so muss ich mir doch an die eigene Nase packen. Ich kann auch verstehen, warum Herr Renz-Polster meinen Post wohl nicht mehr aufmerksam gelesen hat, nachdem er den Titel „Warum mich Renz-Polster so langsam nervt“ gelesen hatte.
Ich meinte das Interview und immer wiederkehrende Zitate in meiner Startseite. Seine Bücher habe ich nicht gelesen. Und ich denke, es war nicht fair, ihn anhand dieses Interviews zu bewerten. Ich habe nicht so getan, als hätte ich seine Bücher gelesen, das nicht. Aber wenn ich ein Buch geschrieben hätte, in dem ich meine Sicht auf Erziehung detailliert darlege (vielleicht bin ich ja mal in der Situation ;) ) und dann liest jemand nur ein Interview mit mir, in dem ich mich verallgemeinernd ausdrücke und ein paar Zitate aus dem Internet und schreibt daraufhin den Post: „Warum mich Wundertütentag so langsam nervt“
Dann wäre ich verletzt.
Renz-Polster schreibt, dass er eh ein dickes Fell hat und das ich ja ansonsten nett mit ihm umgehe. Aber: Ich hätte es sicher nicht so ausgedrückt, wenn ich gewusst hätte, dass er es liest, muss ich gestehen. Ich habe an irgendeinen Experten gedacht, der in letzter Zeit immer wieder zitiert wird. Aber nicht an den Menschen dahinter. Das ist im Internetzeitalter eine wichtige Lektion.
Und wie ich an dieser Stelle verallgemeinere, ist tatsächlich nicht ok: „Das ist jetzt ein Extrembeispiel, aber ich finde Renz-Polster bedient da immer ein romantisches Ideal-Bild, das weder der Individualität von Kindern gerecht wird, noch individuellen Umständen.
Schließlich kann ich noch nicht wissen, ob er es immer bedient.

Und deshalb: Auch wenn ich mich über das unaufmerksame Lesen und die daraus resultierende Unterstellung einer Buchbesprechung ärgere und meine Kritik an dem einen Interview-Zitat auch so meine…

…Lieber Herr Renz-Polster, ich möchte mich bei Ihnen für die oben zitierte Verallgemeinerung („bedient IMMER das Idealbild“) und den Post-Titel entschuldigen. Ich bin gespannt auf Ihren Blog und auf Ihre Bücher. Ich werde sie lesen und mir ein Bild darüber machen, ob sich meine Kritik an der zitierten Interview-Aussage verallgemeinern lässt, oder ob Sie in Ihren Büchern auch gerne zuhause spielende und leidenschaftlich Kurse besuchende Kinder erwähnen. Wenn ich das alte und das neue Buch gelesen habe, werde ich hier wirklich eine Buchbesprechung schreiben. :)


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