Archiv für Oktober 2013

Fast 4

Ich komme nicht mit, ich komme einfach nicht mit.
I. erzählt die lustigsten Geschichten, erfindet die kreativsten Schimpfwörter (und ahmt die unkreativsten nach), stellt die interessantesten und tiefgründigsten Fragen, findet die ausgefuchstesten Argumente, spielt die süßesten Theater- und Tanzstücke vor und ich komme einfach nicht mit.
Ich würde am liebsten alles notieren, aufnehmen. Ähem, und belauschen, wenn er mit seinen Freunden zusammen ist und mitten in der niedlichsten Verhandlung die Tür schließt.
Als es noch darum ging, neue Wörter zu lernen, war das Mitschreiben viel einfacher.

Heute rief er seiner Freundin hinterher: „Du gestorbene Kastanie, du blöde!“, als er sauer war. Wie kommt er darauf?
Standardspruch, wenn er etwas haben/ machen will, was er nicht darf: „Bitte,bitte, dann bin ich auch dein allerallerbester Freund!“
Und wenn er trotzdem nicht darf: „Ich bin nie mehr dein allerbester Freund!“
Er wünscht sich einen Pippi Langstrumpf-Piraten-Feen-Geburtstag mit viel Glitzer. Er will sehr viele Freunde einladen und ich sage, dass es leider nicht geht, weil unsere Wohnung zu klein ist. Sein Vorschlag: „Wir können umziehen!“ – in einem Tonfall, als würde ich mal wieder nicht auf das Naheliegendste kommen.
Er hat ein Fernrohr erfunden gebastelt, mit dem er bis zu seinen Urgroßeltern in Leverkusen schauen kann.
Wir spielen Polly Pocket und er überlegt sich: „Das sind zwei Mädchens. Sie heißen Lilly und Jojo. Sie sind Sternfeen.“
Wir reden viel über Gott und darüber, wo er ist und wie er aussieht. I. stellt so viele Fragen, ich versuche sie zu beantworten. Oft sage ich, dass ich das und das glaube, aber auch nicht weiß warum und wo und wie genau.
Er hat die Oma damit beeindruckt, dass er, als sie „König der Löwen“ gelesen haben, erzählt hat, dass Gott im Himmel ist, aber auch überall und dass die, die sterben, zu Gott in den Himmel kommen.
Er betet: „Lieber Gott, danke, dass es keinen Räuber Hotzenplotz gibt. Amen.“ (Als großer Hotzenplotz-Fan, der die Bücher, das Hörspiel,den Film und das Theaterstück verschlungen hat) Und: „Lieber Gott, danke, dass es Barbies gibt. Und dass ich Bücher habe. Amen.“
Babys sind ein großes Thema, I. liebt Babys, ist sehr süß zu ihnen. Und ihn interessiert, woher sie kommen. Das erste Aufklärungsbuch haben wir gelesen und besprochen.
I. tanzt so gerne und wünscht sich ein Tattoo-Kleid (ein Tütü). Und eine Geige.
Er singt und singt und ruft alle zusammen, um ein Theaterstück zu sehen.
Müllwagen und Bagger faszinieren ihn nicht mehr wie früher. Er findet jetzt alles spannend, was nach Abenteuer und Zauber riecht:
Feen, Piraten,Drachen, Prinzessinnen, Ritter, Riesen, Zwerge, Räuber. Pippi Langstrumpf.
Wenn er sich sehr freut, sagt er: „Noch nie in meinem Leben (hatte ich xy/ ist xy passiert)!“ Oder: „Das ist die längste Pommes der Welt“, „Das ist der schönste Tag in meinem Leben!“
Buchstaben findet er spannend und fragt oft, ob wir ihm schreiben helfen könnten. Er kann schon seinen Namen schreiben, mehrere Buchstaben…
Er fängt an, Sachen zu entziffern und scheint zu ahnen, was für eine Welt sich ihm da auftut.
Er vermisst seine beste Freundin, wenn er sie zu lange nicht sieht. Es ist so eine Freude, ihnen beim Spielen zuzusehen. Wie sie Rollen verhandeln, in die Rollen schlüpfen, sich gegen die Erwachsenen verbünden…: „Wir wollen uns aber nicht anziehen. ODER?“ (Verschwörerischer Blick zur Freundin.) „Die Mamas sind blöd, ODER?“ Hmpf.
Als seine beste Freundin bei ihm übernachtet hat, hörten wir die beiden flüstern: „Komm, wir gehen jetzt zu meinen Eltern und sagen, wir können nicht schlafen und wollen noch was essen, oder?“ Sie kamen Hand in Hand und verschwörerisch strahlend in unser Zimmer getapst. Und nachdem wir sie zurückgeschickt haben: „Komm, wir gehen nochmal ins große Zimmer und sagen, dass wir altes Brot essen wollen.“ (!?)
I. bestellt im Restaurant und Cafe selber, er weiß genau, was er will: „Bitte Pommes mit Majo und Ketchup und eine Apfelschorle ohne Sprudel!“
Als unsere Straße abgesperrt war, ist er zu den Polizisten gegangen und hat sie gefragt, was denn passiert sei.
So oft bin ich erfüllt mit Stolz und Dankbarkeit.
Und manchmal muss ich angesichts so mancher seiner Aussagen schlucken.
Zum Beispiel neulich meinte ich: „Deine Musiklehrerin J. ist so nett, ne?“ Und er: „Ja! Ich wünschte, sie wäre meine Mama und du wärst meine Musiklehrerin.“ Ich: Schluck. „Aber ich würde dich sehr vermissen!“ Er: „Du könntest ja auf mich aufpassen.“ Ich nahm es nicht persönlich.Trotzdem.
Und neulich holte ich ihn vom Kindergarten ab und die Erzieherin erzählte, sie hätte I. beim Essen ermahnt und später hätte er zu seinem Freund gesagt: „Wenn ich mal ein Schießgewehr habe, schieße ich die Erzieherin tot.“ Da war ich ääääh… platt und wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich habe mir das Gefühl gut gemerkt, für später im Beruf, wenn ich Eltern oft solche Berichte erstatten werde müssen. Ich will nicht vergessen, wie man sich da als Elternteil fühlt.
Ja, nicht nur Theater und Tütüs, auch Schießgewehre, Pistolen, Schwerter und Kämpfe sind zur Zeit beliebte Themen und Spiele. Das finde ich vollkommen ok, aber ich habe versucht, ihm zu erklären,warum man nicht sagt und spielt, dass man jemanden totschießt.
Ich staune jeden Tag, wie groß mein Kleiner ist.
Es ist oft anstrengend, wie viel er diskutiert und argumentiert, aber ich finde es trotzdem gut. Die Regel „Nein heißt nein“ gilt bei mir für mich (um konsequent zu bleiben), nicht aber für ihn.Es ist meine Aufgabe,bei meinem Nein zu bleiben, wenn es mir wichtig ist, aber es ist nicht seine Aufgabe, mein „Nein“ widerspruchlos zu akzeptieren. Ich finde gut, wenn er nach Argumenten sucht, um mich zu überzeugen, auch wenn es oft nervt. (Und hin und wieder kommt auch ein „Okeeey.“ oder „Na gut“ oder „Menno“ ohne argumentieren.)
Manchmal überzeugt er mich tatsächlich, z.B. mit: „In Kakao ist auch Wasser und Wasser ist gesund“.
Mit dem „allerbesten Freund“ überzeugt er mich natürlich nicht, aber ich höre es insgeheim gerne, es ist so süß, wie er dabei ausdrucksstark die Augen aufreißt. Oder: „Meine Hose/ meine Füße… wollen einfach nicht!“ (Achselzucken, hochgezogene Augenbrauen) Auch beliebtes Argument, sehr leidend vorgetragen, sogar mit geschlossenen Augen und schwacher Stimme: „Aber ich brauche frische Luft!“
Fast 4 Jahre ist ein tolles Alter.

20 facts about me

1. Ich liebe Ohrringe. Am liebsten habe ich zu jedem Outfit die passenden Ohrringe.

2. Mein unangefochtener Lieblings- und Herzensfilm ist „Himmel über Berlin“.

3. Ich war nur einmal im Skiurlaub, auf Klassenfahrt. Seitdem träume ich vom Skifahren. Von diesem unbeschreiblichen Gefühl, die kalte,frische Luft tief einzuatmen, die Angst loszulassen und loszufahren.

4. Ich stehe gern auf der Bühne, vor der Kamera und im Mittelpunkt.

5. Ich bin in Moskau geboren und wenn ich da bin, spüre ich, dass da meine Wurzeln sind. Es fühlt sich seltsam bekannt an und nicht wie normaler Urlaub. Aber ich fühle ich mich in Deutschland und in der deutschen Sprache zu Hause. Mit I. spreche ich nicht gerne russisch, weil es sich unnatürlich anfühlt. Auch wenn es sehr schade ist.
Ich lebe schon seit 23 Jahren in Deutschland und habe immer noch einen russischen Pass, weil ich es ständig aufschiebe, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen und weil es teuer ist. Deshalb kann ich auch nicht wählen gehen. (Aber das wird sich bald ändern!) Ich liebe russische Lyrik und es ist gut, russisch lesen und schreiben zu können. Aber ich bin dankbar, in Deutschland aufgewachsen zu sein.

6. Meerschweinchen sind meine Lieblingshaustiere. Ich hatte als Kind zwei und hätte gerne wieder welche.

7. Ich könnte stundenlang französisch sprechenden Menschen zuhören.

8. Ich gucke kein Tatort, lese keine Krimis, mir sind sogar die Drei Fragezeichen zu gruselig.

9. Meine liebsten Schriftsteller/ Dichter sind Isabel Allende, Rainer Maria Rilke, Anton Tschechow, Federico Garcia Lorca und Astrid Lindgren.

10. Ich liebe Harry Potter und habe das Gefühl, mit ihm erwachsen geworden zu sein, denn als er elf war und nach Hogwarts kam, war ich zwölf.

11. Ich bin ein Serienjunkie und meine aktuelle Lieblingsserie ist „Parenthood“.

12. Ich habe jahrelang Blockflöte in einem Ensemble gespielt und zwar Sopranino, Sopran, Alt, Tenor und Bass. Ich werde wütend, wenn jemand sagt, Blockflöte sei ein Anfängerinstrument wie Xylophon.

13. Ich habe Geld verdient mit (in chronologischer Reihenfolge): Zeitung austragen, babysitten, Medikamente für die Apotheke austragen, übersetzen, kellnern, Kosmetik verkaufen, Theater spielen, Theaterprojekte mit Schulkindern leiten.

14. Als Kind habe ich alles von Enid Blyton gelesen. Am liebsten „Dolly“, „Hanni und Nanni“ und „Ein Geheimnis um…“ Märchen mochte ich nie besonders.

15. Meine erste CD war von Bob Marley und die hat mir mein großer Bruder geschenkt.

16. Ich war erst mit 9 zum ersten Mal im Kino, in Toy Story.

17. Als ich 14 war, hatte ich eine gr0ße Hermann Hesse – Phase. (Wobei ich ihn immer noch gerne lese.)

18. Ich habe große Probleme damit, Ordnung zu halten. Ich liebe mein Chaos nicht und sehne mich nach Ordnung.

19. Ich hatte bisher 2 Bühnenküsse (beide oft wiederholt) und einen Kurzfilmkuss.

20. Ich zeichne gerne, aber fast ausschließlich Menschen. Als Kind habe ich sehr viel gezeichnet und auch damals schon größtenteils Menschen, vor allem Kinder. Mir machte es Spaß, mir Geschwister auszudenken und sie so zu zeichnen, dass sie sich ähnlich sehen. Oder ich habe mir ein Kind ausgedacht und es in jedem Lebensjahr, von 0 bis 18 gezeichnet. Ich habe darauf geachtet, so zu zeichnen, dass zu erkennen ist, dass es sich bei den 18 Zeichnungen um denselben Menschen handelt. Auf meinen Zeichnungen stand dann immer so etwas wie „Lisa, 7 Jahre“.

Willi Wiberg

I. und ich lieben Willi Wiberg.
Willi Wiberg ist ein kleiner Junge, der in Schweden mit seinem Papa lebt und 1972 von Gunilla Begström erfunden wurde. Seitdem hat sie 23 Willi Wiberg-Bücher veröffentlicht, zuletzt 2011. In Deutschland erscheint Willi Wiberg im Oetinger Verlag.
Willi lebt, wie gesagt, mit seinem allein erziehenden Papa zusammen. Er hat eine Puppe namens Lisa. In diesen Alltagsgeschichten werden keine Rollenklischees bedient!
Mein Lieblingsband ist „Mehr Monster, Willi Wiberg!“ In dieser Geschichte darf Willi (zu dem Zeitpunkt 7 Jahre alt), den kleinen Benni babysitten.
Willi ist stolz und freut sich. Er malt sich aus, wie er Benni vorlesen wird, ihn füttern und ins Bett bringen wird. Er wird ein guter Babysitter sein! Aber es kommt anders. Benni kann schon alles alleine machen und lässt sich nicht helfen. Lesen zumindest kann der Kleine noch nicht. Also darf Willi vorlesen. Aber auf dem Schoß will Benni nicht sitzen und er verschmäht Willis liebevoll ausgesuchte Bücher vom kleinen Küken und der kleinen Maus. Stattdessen will er eine schreckliche Gruselgeschichte. Willi erfüllt ihm diesen Wunsch und erfindet ein schauriges Monster, das er detailliert beschreibt. Das findet Benni toll, rückt aber immer näher an Willi heran und zittert. Willi beruhigt ihn und bringt ihn ins Bett. Da will Benni doch noch die Geschichte vom Küken hören und auf den Schoß. Und Willi ist glücklich, „denn er ist jetzt der Babysitter,der er sein wollte
Dieses Ende finde ich so schön. Und ich liebe an dem Buch, dass es einerseits sehr spannend ein gefährliches Monster mit sieben Messern beschreibt, andererseits die Fürsorglichkeit von Willi und seinen Wunsch, ein guter Babysitter zu sein. So spricht das Buch zwei wichtige Pole in Kindern an – gefährlich sein und zärtlich sein. Und es zeigt, dass sich auch Jungen gerne und gut um kleinere Kinder kümmern und Babysitter werden können!
Zudem ist mit der Figur des kleinen Benni sehr treffend ein „störrischer“ 2-3-Jähriger beschrieben.

Zur Zeit haben wir, „Mach schnell, Willi Wiberg“ ausgeliehen, und lachen uns bei jedem Lesen schlapp. In dieser Geshichte ist Willi noch 5 Jahre alt und trödelt morgens beim Anziehen. Immer wenn sein Papa ihn ruft, sagt er „Ja,ich muss nur noch…“. Dann muss er der Puppe ihr Kleid anziehen, ein Auto reparieren, oder… Sein Papa ruft immer wütender. Die Situation kennen wir sehr gut, I. genießt die Identifikation mit Willi. Und als Willi dann schließlich angezogen ist, kommt Papa nicht. Er muss „nur noch die Zeitung zu Ende lesen“. Dann schimpft Willi mit Papa und beide lachen. Auch diese Situation kennt I. sehr gut. :) Er genießt die Geschichte sehr und mir macht das Vorlesen viel Spaß, wegen der häufigen wörtlichen Rede: „Ich muss nur noch…“ „Komm endlich!!!“ Überhaupt lese ich Willi Wiberg äußerst gerne vor. Die Sprache gefällt mir sehr, sie ist einfach und klar, aber besonders. Viel authentische wörtliche Rede. Auch die Illustrationen sind toll.
Aus den Büchern spricht warmherziger Humor und viel Verständnis. In den ersten Bänden ist Willi ein Kindergartenkind – will nicht schlafen gehen,trödelt morgens. Er hat einen unsichtbaren Freund, den sein Papa lieb mit einbezieht, dann aber irgendwann genervt ist.
Willi baut mit Papas Werkzeugkasten einen Hubschrauber, während Papa nicht aufpasst. Er wird bei Oma von seinen großen Cousins ausgeschlossen.
In den späteren Bänden ist Willi ein Schulkind. Er hat Angst vor dem ersten Schultag. Er wird von den anderen Jungen ausgelacht, weil seine beste Freundin ein Mädchen ist, ist traurig, lässt Milla links liegen, aber pfeift schließlich auf die Meinung der anderen.
In der wunderbaren Geschichte „Willi und das Ungeheuer“ hat Willi einen kleineren Jungen geschlagen, weil er dachte, dieser hätte seinen Ball geklaut. Ihn plagen Schuldgefühle, er sieht den Jungen tagelang nicht mehr im Hof und hat Angst, der Junge könnte gestorben sein. Eindrucksvoll schildert Bergström, wie Willi sich quält, bis er endlich den Jungen trifft. Es stellt sich heraus, dass der Kleine Willi gemieden hat, weil er Angst hatte, Willi sei sauer auf ihn. Willi sagt, dass er ja selbst schuld ist, dass sein Ball weg war und der Kleine ist erleichtert. Er bewundert Willi ja. Und Willi ist erleichtert. Ich fand es interessant, dass ich beim ersten Vorlesen sehr irritiert war, dass Willi sich nicht entschuldigt. Ich glaube, diese Lesererwartung kommt von gewöhnlicheren Bilderbüchern zu solchen Themen. Ich war so irritiert, dass ich zu I. sagte: „Ich finde, Willi hätte sich entschuldigen müssen“. Und dann merkte ich, dass es nicht stimmt. Und dass der nicht „korrekte“ aber verlegene und befreiende Dialog der zwei Jungen sehr realistisch und richtig war und dass der Kleine keine Entschuldigung mehr brauchte.
Es geht in den Bänden also oft um Themen, die Kinder belasten. Darum, dass man auch Fehler macht und manchmal schuldig ist. Und was man dann tun kann. Willi ist nicht perfekt (wie zB Conni). Und das finde ich sehr förderlich für das Selbstwertgefühl der LeserInnen, die sich mit Willi identifizieren. Denn sie lieben Willi und Willi ist kein perfekter Junge. Er hat sogar ein kleines Kind geschlagen, einfach so. Willi war gemein, die LeserInnen lehnen sein Verhalten ab. Aber Willi ist natürlich trotzdem liebenswert, er ist Willi Wiberg. Das ist eine sehr wichtige Botschaft.
Im Band „Hör zu, was ich erzähle, Willi Wiberg“ von 2003 ist Willi noch älter. Er ist fasziniert von Computerspielen und Filmen, in denen geschossen wird. Der Vater seines Freundes Hamdi war Soldat in einem echten Krieg. Spannend! Der Vater will nicht vom Krieg erzählen, aber eines Tages erzählt er doch. Nicht viel, eigentlich fast nur von einer Ameise. Aber Willi und Hamdi verstehen, dass echter Krieg ernst ist. Als er fertig erzählt hat, hören sie, wie im Hof jemand das Fußballtor kaputt macht, dass sie mit Hamdis Vater gebaut haben. Und er geht mit ihnen direkt nach unten, um es wieder aufzubauen.
Eine sehr berührende Geschichte ohne erhobenen Zeigefinger.
Ich mag sehr, dass es auch darum geht, …wie Willi versucht, den richtigen Moment abzupassen, um Hamdis Vater zu fragen und wie dieser reagiert …dass Hamdi hofft, sein Vater würde eher was erzählen, wenn Willi fragt …dass ein Mensch nicht alles erzählen will und kann …dass man manchmal eine Erzählung nicht versteht und doch irgendwie versteht.
Eigentlich ist I. zu klein für diesen Band. Wir haben ihn einfach ausgeliehen,weil wir ihn noch nicht kannten. Aber er hat sehr aufmerksam zugehört, wollte zu Ende lesen und wir haben darüber gesprochen. Es war ein gutes Gespräch.

Die Bände, in denen Willi ein Kindergartenkind ist, würde ich ab etwa knapp 3 Jahren empfehlen. Die anderen ab etwa 3,5-4 Jahren.
Willi Wiberg, das sind Alltagsgeschichten mit Tiefgang und viel Verständnis für die kindliche Gefühlswelt.
Gut geschrieben und gut illustriert. Es macht Spaß, sie vorzulesen.
Morgen werde ich I. fragen, warum er Willi mag und den Post um seine Rezension ergänzen.