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Serienjunkies

Ich bin zur Zeit süchtig nach ‚Parenthood‘. Die NBC-Serie über die große Braverman-Familie ist wie für mich geschaffen – die Story. Die vielschichtigen und liebenswerten Charaktere, die ein kompliziertes Beziehungsgeflecht ergeben. Die grandiosen Schauspieler (u.a. Lauren Graham aus ‚Gilmore Girls‘), der Soundtrack, die realistische (soweit ich es beurteilen kann) Darstellung eines Jungen mit Asperger. All das macht mich süchtig und ‚Parenthood‘ zu meiner Lieblingsserie.
Ich denke, alle die ‚Gilmore Girls‘ mochten, werden auch ‚Parenthood‘ lieben. Aber ‚Parenthood‘ ist anders und noch besser. Ernster. Die Charaktere sind so viel facettenreicher und auch die Themenstränge/Geschichten sind weniger ‚harmlos‘ und tiefgründiger als bei ‚Gilmore Girls‘.

Ansonsten warte ich darauf, dass in April die neuen Folgen von ‚Game of Thrones‘ rauskommen. Ich hätte ja nie gedacht, dass ich Fan einer Mittelalter-Fantasy-Serie werden könnte, aber auch hier: Vielschichtige Charaktere gespielt von wunderbaren Schauspielern und ein kompliziertes Familiengefüge. Mit Kampf um den Thron. Und es ist wirklich atemberaubend spannend.

Auch freue ich mich auf die zweite Staffel ‚Girls‘ von und mit Lena Dunham, die vor kurzem rausgekommen ist. Diese neue Anti-‘Sex and the city‘-Serie über 4 New Yorker Freundinnen Mitte 20 in prekären Jobs und schwierigen Beziehungen ist sehr besonders, witzig und vor allem ziemlich realistisch. Die Serie ist das Gegenteil von Hochglanz, mit vielen Sex- und Nacktszenen von nicht perfekten Körpern und einem tollen Soundtrack.

Es gibt also mehr als genug Serienfutter für den Junkie in mir.

Aber auch das Kind hat mit zarten drei Jahren schon seine Serien: Biene Maja und neuerdings Pippi Langstrumpf (von 1969).
Und ich muss gestehen – auch ich liebe beide. Sogar die Titellieder ‚Hey Pippi Langstrumpf‘ und ‚In einem unbekannten Land‘ gehen mir (noch) nicht auf die Nerven.
Dem Kind zum Aufwachen ‚Hey Pippi Langstrumpf‘ anzumachen wirkt Wunder. Wenn alle Weckversuche scheitern und er nur grunzt und brummt und sich in die Kissen zurückfallen lässt, brauche ich nur das aktuelle Lieblingslied anzumachen und das zerknautschte, schlaftrunkene Kind schnellt hoch und strahlt. Aber auch ich kriege davon gute Laune.

‚Biene Maja‘ und ‚Pippi‘ sind schön langsame Serien.
Die Blumen- und Grasbilder in ‚Biene Maja‘ sind so ruhig, verglichen mit heutigen Serien und Filmen. Das ist echt angenehm. Das Kind findet die Geschichten, in denen meist eins der Insekten gerettet wird, superspannend. Alle Insekten-Protagonisten sind irgendwie schrullig-einmalig-liebenswert. Und die Stimmen von Maja und Willi finde ich toll.
An Karneval ging Kind als Biene Maja und ich war zum ersten Mal seit der Grundschule richtig verkleidet und ging – als Fräulein Cassandra. Er hatte mich überredet.

‚Pippi Langstrumpf‘ ist seine erste Serie mit richtigen Schauspielern. Ich war mir unsicher, ob er noch zu klein dafür ist (3 Jahre, 4 Monate), aber wir sind jetzt bei Folge 5 und er liebt es und wirkt nicht überfordert.
Jim Knopf hingegen haben wir ausprobiert und erstmal auf Eis gelegt. Er fand es gut, aber die Handlung war einfach zu kompliziert. Die Pippi-Geschichten sind einfacher. Die Gauner, die Pippis Gold klauen wollen, findet er witzig und dass Pippi so stark ist, dass sie ihr Pferd hochheben kann, noch witziger.
Pippi macht alles, was man nicht darf und das trifft genau seinen aktuellen Humor.
‚Pippi und die Geister‘ fand Kind besonders spannend – aber nicht gruselig –
Zitat: „Es gibt keine Gespenster, weil – die sind schon ausgestorben!“