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Zeitschriften

Die Stapel auf meinem Schreibtisch werden immer höher – das liegt unter anderem an meiner Zeitschriftensucht.
Außer den abonnierten „Missy Magazine“ (Popkultur aus feministischer Sicht) und „Eltern“(Zeitschrift für Eltern) türmen sich da jeden Monat die neue „Maxi“ ( Popkultur nicht aus feministischer Sicht, aber trotzdem gut) , „Nido“ (COOLE Zeitschrift für COOLE Eltern, aber trotzdem gut), die kostenlose Kölner Kinozeitschrift „Choices“, ab und zu der „Spiegel“, „Zeit Campus“, „Schnitt“ (Filme) oder „Die Zeit“, die ja leider keine Zeitschrift, sondern eine sperrige Zeitung ist und deswegen am meisten zu der Unordnung beiträgt.
Dann noch die ganzen kostenlosen Zeitschriften, die so verlockend überall ausliegen – Intro, Uncle Sallys, Kidsgo, Unicum, Känguru, Kölner…
Oh je. Wenn ich das jetzt so aufschreibe – ich sollte ausmisten.

Dabei liebe ich Magazine. Die Vorfreude auf die neue Ausgabe. Dann die Überraschung, sie zwischen Rechnungen und Werbung im Briefkasten zu finden. Beim Überfliegen genieße ich, alles noch vor mir zu haben. Ich fange mit meinen Lieblingsrubriken an, lese Neues von meinen Lieblingskolumnisten, dann natürlich das Titelthema. Wenn alles gelesen ist, schaue ich mir die „Vorschau“-Seite an. Und freue mich auf die nächte Ausgabe.
Fast jede Zeitschrift hat auch eine Onlineversion, einige mussten ihre Printversion einstellen. Da gibt es aber kein Blättern und keine Vorfreude. Es wäre traurig, wenn es irgendwann keine Zeitschriften mehr geben sollte. Früher kaufte man sich vor Zugfahrten oder Flügen die obligatorische Zeitschrift, um sich die Zeit zu vertreiben. Jetzt greifen die meisten zum Laptop.
Dabei hat der Zeitschriftenmarkt einiges zu bieten.
Meine Lieblingszeitschriften werde ich in den nächsten Blogeintragen vorstellen und auch immer wieder über neue Ausgaben berichten.

Meine erste Zeitschrift wurde extra für mich herausgegeben. Eines Tages, ich war etwa 5, gab es auch für mich Post im Briefkasten. Meine Eltern sagten, sie wüssten nicht, woher das Heftchen käme, aber es hatte, auch schon für mich damals unverkennbar, die Handschrift meiner Mutter. Es gab Rubriken wie „Als Papa klein war“ und „Als Mama klein war“ mit illustrierten Anekdoten, die ich so gerne hörte, sowie natürlich Rätsel, Witze und eine Fortsetzungsgeschichte. Ich bekam noch 2 oder 3 Ausgaben und habe sie geliebt. Vielleicht fing da meine Zeitschriftensucht an.
Später las ich dann „Minnie-Maus“, wobei ich zum ersten Mal mit Popkultur in Berührung kam (Blümchen, Tic Tac Toe), und in der es tolle Extras wie Glitzerspängchen gab. Donald Duck- und Mickimaus-Comics habe ich eh geliebt, aber Minnie-Maus war doch extra für Mädchen! Die „Wendy“ las ich auch regelmäßig, obwohl ich kein Pferdefan war, aber ich mochte die Comics über das Reiterhof-Mädchen.
Mein großer Bruder hatte ein Abo von „Spick“, einer Schweizer Kinder- und Jugendzeitschrift (www.spick.ch). Die habe ich auch immer mitgelesen. Das ist die einzige richtig gute, mir bekannte, Jugendzeitschrift und ein Mix aus Wissenswertem/Blidung und Umfragen über Liebeskummer. Als ich in die Pubertät kam, habe ich mich von „Spick“ ein Stück weit begleitet gefühlt.
Vielleicht ist dieser Begleitcharakter das Besondere an dem Medium Zeitschrift – mit ihren gleichbleibenden Rubriken bietet sie etwas Regelmäßigkeit und Geborgenheit im stressigen oder chaotischen Alltag – auch ein bisschen für uns Erwachsene.
Vor allem für Kinder und Jugendliche. Sie brauchen Zeitschriften. Das sieht man daran, wie wichtig vielen Teenies ihre erste „Bravo“ oder „Girl“ ist. Für mich war es mit 14-15 Jahren die „Young Miss“, die es leider nur noch online gibt (www.bym.de). „Young Miss“ war für mich wie eine große Schwester, die mir über Jungs, Musik oder gute Cafes berichtet hat. Im Gegensatz zu „Girl“ & Co war das eine eher alternative Zeitschrift, die gute Musik und Filme vorstellte; da las ich auch zum ersten Mal z.B. über Taize. (www.taize.fr). Die (sehr gute) Schriftstellerin Alexa Henning von Lange führte die langen und besonderen Promi-Interviews.

Ich würde auch gerne mal so eine Zeitschrift herausgeben, aber für Mädchen und Jungen. Gute Jugendzeitschriften fehlen vollkommen auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt. Seit kurzem gibt es „Dein Spiegel“. Für die Bildung ist das zwar super, erfüllt aber nicht die „Große Schwester/ Großer Bruder-Funktion“. Das tun wiederum „Bravo“ und „Girl“, aber ich finde es fragwürdig, was diese großen Geschwister so raten.
Soviel zu Kinder – und Jugendzeitschriften.
Jetzt gehe ich erstmal meinen Schreibtisch aufräumen. Unicum und Kidsgo kommen weg, Missy und Nido werden endlich sortiert und in Ordner geräumt. Nächstes Mal werde ich schreiben, warum ich sie behalte.